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Post Metal

Hi,

wie die Zeit vergeht! ich erinnere mich, dass ich mit etwa 13 ein großer Kiss-Fan war und "Kiss alive" rauf und runter dudelte. Später kamen dann Klassiker wie "Status Quo live", "Golden Earring live", Scorpions "Tokyo Tages" und natürlich "Deep Purple "Made in Japan". Dagegen fand ich Jahre später "Live after death" von Iron Maiden eher langweilig, und der aggressive, irgendwie spitze Klang gefiel mir auch nicht. In der Zwischenzeit hatte ich "Infernal Overkill" von Destruction als zu künstlich beiseite gelegt. Ach ja, Nargaroth z.B. empfand ich auch als eher langweilig.

Lange Zeit habe ich mich auf elektronische Musik konzentriert, erst die Berliner Schule und später die Genres "Ambient" und "Drone", die bis heute meine Favoriten sind, mit Musikern wie manuel Göttsching bzw. Ashra, Steve Roach oder Ishq und vielen vielen anderen. Diese Art von Musik nimmt immer noch 90% meiner Hörzeit ein (die wiederum 90% meiner wachen Zeit ausmacht).

Mittlerweile habe ich aber doch so einiges im Metal entdeckt, was mir gefällt, zwischen den endlosen Musik-Schnipseln in den Internet-Shops.

Zuerst, Meshuggah. Deren erste beiden Alben klingen wie Metallica, aber dann schlugen "Destroy Erase Improve", "Chaosphere, "Nothing" und "Obzen" wie eine Bombe in meine Ohren ein, mit ihren fast unvorhersehbaren, komplizierten, anscheinend nicht-metrischen Strukturen. Sei das wie es sei, die beiden Monster "I" und "Catch 33" sind noch wieder eine ganz andere Klasse. Alle Metal-Klischees und Krach werden für die MUSIK aufgegeben. Für mich bisher der Höhepunkt in ihrem Schaffen.

Zweitens, Biomechanical. Ihre drei bisherigen Veröffentlichungen führen direkt ins Chaos zwischen Metal und Filmmusik. Was für eine Stimme! Zwischen Falsett, Oper und Growls diktiert und dominiert er die Musik, die auch ohne schon klasse wäre.

Drittens, Isis. Ihre drei letzten Alben "Panopticon", "In the absence of truth" und "Wavering Radiant" fügten eine neue Qualität hinzu. Mit 46, mit meinem mittlerweile ausgefeiltem
Musikgeschmack in der "Ambient"-Musik, hört sich besonders "In the absence of truth" an, also kennte ich es schon seit Jahrzehnten, so perfekt passt es. Es spricht mich einfach direkt an. Auch hier wird wieder auf gängige Klischees verzichtet. "Wrists of kings" z.B. beginnt mit Trommeln, die eine Beschleunigung erwarten lassen, aber statt dessen wird verlangsamt. Eine Stilmischung, obwohl ich nichts von "Ambient" höre, außer im überleitenden "All out of time, all into space", und sicher keine Drones, wie in vielen Reviews im internet steht. Für mich ist dies wirklich "Post Metal". Leider haben sie sich vor einiger Zeit aufgelöst.

Viertens, Communic. Dies Trio spielt so dicht und die Platten sind so gut aufgenommen, dass auch eine Midtempo-Nummer wie ein knüppelhartes Brett daherko.mmt. Außerdem gehen mir die Melodien ganz schön ins Ohr

Aber was ist mit Nevermore, Tool, Neurosis, Nine Inch Nails und alle den anderen? Ich kann nicht sagen, dass ich die nicht mag. Dieser eklektische Mix von NIN ist wirklich was ganz Eigenes. Aber es interessiert mich einfach nicht genug.
18.11.11 12:09
 


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